Keine Meldepflicht für Feuer im Freien

Feuer

Offene Feuerstätten oder unverwahrtes Feuer im Freien (z. B. in einer Feuerstelle am Boden oder in einer dafür hergestellten Bodenmulde), also insbesondere Lakefleischfeuer, Lagerfeuer aller Art, usw. waren nach einer früheren Fassung der Verordnung über die Verhütung von Bränden (VVB) der Polizei anzuzeigen. Die jetzigen Regelungen sehen eine derartige Meldepflicht nicht mehr vor. Dennoch melden bislang Feuerwehren, Vereine und sonstige Veranstalter Lagerfeuer der jetzt für die Feuerwehralarmierung zuständigen Integrierten Leitstelle Aschaffenburg (ILS) an. Nach Mitteilung der ILS Aschaffenburg sollen diese Anmeldungen künftig unterbleiben, da bei Anrufen besorgter Bürger und im Falle einer unklaren Feuermeldung bzw. Meldung einer Rauchentwicklung die Leitstelle verpflichtet ist, die jeweils zuständige Ortsfeuerwehr zu alarmieren.

 

Was sollten Sie beim Feuermachen beachten?

Ganz allgemein gilt: Für die Umgebung dürfen keine Brandgefahren entstehen können (§ 3 Abs. 2 Satz 1 VVB).

 

Vor dem Feuermachen sollten Sie sich daher immer über die aktuelle Wetterlage in Bezug auf eine mögliche Waldbrandgefahr erkundigen; einen Internetlink finden Sie beispielsweise unter http://www.dwd.de/waldbrand

 

Offene Feuer sind erlaubnisfrei, wenn folgende Entfernungen eingehalten werden:

  • mindestens 100 Meter von einem Wald (Art. 17 Abs. 1 BayWaldG)
  • mindestens 100 Meter von leicht entzündbaren Stoffen (§ 3 Abs. 2 Satz 2 VVB)
  • mindestens fünf Meter von Gebäuden aus brennbaren Stoffen, vom Dachvorsprung ab gemessen (§ 3 Abs. 2 Satz 2 VVB)
  • mindestens fünf Meter von sonstigen brennbaren Stoffen (§ 3 Abs. 2 Satz 2 VVB)

Bei geringeren Entfernungen von einem Wald ist eine Erlaubnis der unteren Forstbehörde (Amt für Landwirtschaft und Forsten) gemäß Art. 17 Abs. 1, Art. 39 und 42 BayWaldG, bei geringeren Entfernungen von leicht entzündbaren Stoffen, Gebäuden aus brennbaren Stoffen und sonstigen brennbaren Stoffen eine Ausnahme der Gemeinde (§ 25 VVB) erforderlich. Auch bei erlaubtem Feuer sollten folgende Bestimmungen beachtet werden:

  • Als Brennstoff darf nur Grillkohle oder unbehandeltes Holz – keine Altöle, Altreifen oder Kunststoffe (§ 61 Abs. 1 Nr. 2 KrW-/ AbfG)! – verwendet werden.
  • Das Feuer ist ständig durch eine den Umständen entsprechende genügende Anzahl von Personen in ausreichender Nähe unter Aufsicht zu halten (§ 3 Abs. 2 Satz 3 VVB). Für             Lagerfeuer im Freien bei Nacht ist eine Ausnahme der Gemeinde (§ 25 VVB) erforderlich.
  • Bei starkem Wind ist das Feuer zu löschen (§ 3 Abs. 2 Satz 4 VVB).
  • Beim Verlassen müssen Feuer und Glut erloschen sein (§ 3 Abs. 2 Satz 5 VVB). Übrig gebliebenes Brennmaterial ist wieder mitzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen (Art. 38 Abs. 1 BayNatSchG).

Wer gegen die naturschutz-, forst-, jagd-, wasser-, abfallrechtlichen oder Brandschutzbestimmungen oder die Erlaubnispflicht bei Zeltlagern verstößt, handelt ordnungswidrig und kann mit Geldbuße belegt werden. Rechtsgrundlagen sind: Art. 57 Abs. 1 Nrn. 2 bis 5 BayNatSchG in Verbindung mit § 69 Abs. 3 Nr. 5 BNatSchG sowie Art. 57 Absatz 2 Nr.2 bis 4 und Abs. 8 BayNatSchG; Art. 46 Abs. 2 Nrn. 4 und 5 und Absatz 4 Nr. 3 und 4 BayWaldG; Art. 56 Abs. 1 Nr. 15 BayJG; § 8 Nr. 1 BAVO; § 103 Abs. 1 Nr. 1 WHG; § 61 Abs. 1 Nr. 2 KrW-/AbfG; § 27 VVB; Art. 25 Abs. 3 Nr. 2 LStVG.

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