Geschichtliche Spurensuche in Sailauf

Wanderkarte

Die Nummern finden Sie auch auf unserer Wanderkarte!

Kirche und Friedhof in Sailauf (1)

Sie stammen aus dem 11. Jahrhundert und sind bedeutende historische Stätten des westlichen Spessart. Untersuchungen ergaben, dass der Platz mit der Besiedelung des Vorspessart eng verknüpft ist.  Die St. Vitus Kirche war Mutterpfarrei für zehn Siedlungen im Umkreis. Die jetzige spätbarocke Anlage geht auf das Jahr 1789 zurück und ist vermutlich die 4. Kirche an dieser Stelle. Der niedere romanische Turm der 1. Steinkirche blieb erhalten. Als der 28 Meter hohe Turm aufgestockt werden sollte - so erzählt der Volksmund - verweigerten die zahlungsunwilligen Filialen einen Beitrag. Deshalb schaut jetzt am obersten Gesims an der Nordseite des Turms ein kleines "Bleckmaul" in deren Richtung.

 

Geistlicher Rat Ruf, der 50 Jahre Pfarrer von Sailauf war, schätzt, dass im historischen Teil des Friedhofes im Laufe der Jahrhunderte etwa 40.000 Menschen aus Sailauf und den Filialgemeinden bestattet wurden.

 

Von 1984-1989 wurde die St. Vitus Kirche im Stile des 18. Jahrhunderts renoviert. Die Fiedhofsanlage wurde anschließend als Rasenfriedhof gestaltet.

 

Portal zum historischen Friedhof

Das Portal bildet mit seinem romanischen Rundbogen einen würdigen Eingang zum alten Friedhof. Auf dem barockbehauenen Querstein stehen - von links gesehen - der Kirchenpatron St. Vitus, die Gottesmutter Maria und der Pestpatron St. Sebastian.

 

Das Rathaus in Sailauf (2)

Das Gebäude wurde um 1800 errichtet. Bewohnt wurde es zunächst von einem Forstmeister. 1856 erwarb es der Sailaufer Bürgermeister Bormann und eröffnete eine Bäckerei mit Kolonialwarengeschäft. Die Gemeinde kaufte es 1938 und richtete es als Rathaus ein. 1940 wurde der Zwiebelturm mit Turmuhr aufgesetzt. Das Rathaus bildet die Vorlage für das Logo der Gemeinde.

 

Historischer Kilometerstein (3)

Unweit der Einmündung der Steingasse in die Aschaffenburger Straße steht in einem schmucken Vorgarten ein steinernes Denkmal aus königlich-bayerischer Zeit - ein ca. 2m hoher Kilometerstein. Der Stein trägt noch die Schrammen, die ihm von Langholz-Fuhrwerken bei der Einfahrt in die Steingasse beigebracht wurden, wo sich früher ein Sägewerk befand.

 

"Bußkreuz" an der Rottenberger Straße (4)

Das Kreuz stammt ursprünglich aus dem Jahr 1754. Der Sage nach sollen dort im 30jährigen Krieg die Rottenberger Bürger ihren Bürgermeister aus der Hand schwedischer Landsknechte freigekauft haben.

 

Die Rottenberger Kapelle (5)

Die 1785 erbaute "Waldkapelle" gehörte zu einer Eremitage (Einsiedelei) die Unterkunft von Schuleremiten war, das heißt Mönchen, die schon seit 1730 die Kinder von Rottenberg und auch der weiteren Sailaufer Pfarrei unterrichteten. Darauf weist auch das nebenstehende schön geschnitzte Holzrelief hin. Nach einer Sage soll die erste Kapelle von den Rottenberger Bürgern, die eine Pestseuche überlebten, gebaut worden sein. Die Größe des Bauwerkes wurde so gewählt, daß alle Überlebenden in dem Kirchlein Platz fanden.

 

"Grotte von Lourdes" in Obersailauf (6)

Ein frommer Pilger, der im Jahr 1894 mit dem 2. bayerischen Pilgerkreuz nach Lourdes wallfahrte, regte nach seiner Rückkehr den Bau der Grotte an, die schon 1896 eingeweiht wurde. Noch heute führt alljährlich im Marienmonat Mai eine Prozession von der Sailaufer Kirche zur Grotte mit anschließender Maiandacht. Der Grottenborn neben der Grotte diente noch bis zum Bau der Wasserleitung im Jahr 1928 den umliegenden Häusern zur Wasserversorgung.

 

Obersailaufer Kreuz (7)

Das gegenüber dem Steinbruch gelegene Kreuz wurde von Obersailaufer Bürgern unter Anleitung des Maurermeisters Christian Freund aus Dankbarkeit für die glückliche Heimkehr aus dem 2. Weltkrieg errichtet.

 

Schwowe Hällje (8)

(das Schwaben-Helgen)
An der Straßen von Sailauf zum Engländer steht auf der rechten Seite ein kleines Denkmal aus rotem Sandstein. Es wurde zur Erinnerung an den dort verunglückten "Revierförster Schwab" errichtet. Auf einem achteckigen Steinsockel steht eine ebensolche schlanke Säule mit einem aufgesetzten Abschlußstein.

 

Korze Hällje (9)

(Bildstock "Böse Tat")
In der Nähe des Engländer-Hauses am "Eselsweg" (E) erinnert ein Holzbildstock an eine Freveltat, die sich dort zugetragen hat. Dabei wurde der Revierförster oder Revierjäger "Kurz" von einem Wilderer hinterrücks erschossen. So stellte es jedenfalls ein einfaches, gemaltes Bild auf dem ursprünglichen Bildstock dar.

 

Der dazugehörige Text lautet:

Böse Tat ist hier geschehen
und der Mörder ist entflohen.
Gottes Aug hat ihn gesehen,
Gottes Zorn erreicht ihn schon.

 

Der Originalbildstock wurde 1979 leider entwendet.

 

Das "Wirtshaus im Engländer" (10)

an der Straße von Sailauf nach Bad Orb
Das "Wirtshaus am Engländer" wurde 1846 vom Forstamt Sailauf als Jagdhütte erbaut. Auf Antrag eines geschäftstüchtigen Forstmannes aus Jakobsthal wurde im Jahr 1900 eine Schankkonzession erteilt. Das jetzt unter Denkmalschutz stehende Wirtshaus ist heute ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel im Naturpark Spessart. Woher die Bezeichnung "Engländer" stammt, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Die einen behaupten, der Name gehe zurück auf einen dort ermordeten englischen Soldaten, der während der Schlacht bei Dettingen a. M. 1743 dorthin versprengt wurde, die anderen führen den Namen auf den altdeutschen Begriff "eglentere" zurück, was soviel wie "Holz oder Buschwerk" bedeutete.

 

Trichterförmige Löcher (11)

am "Roten Rain"
Die trichterförmigen Löcher am "Roten Rain" sehen aus wie Bombentrichter. Es sind jedoch Überbleibsel aus dem 17. Jahrhundert, als nahe der heutigen Engländerstraße durch den Erzbischof von Mainz Kupferbergbau betrieben wurde. Insgesamt 150 Schächte-"Pingen" - so heißen die Stollenreste - wurden am Roten Rain ausgemacht und vermesssen. Sie sind zwischen 30 und 50 m tief. Aus manchen wurde kupferhaltiges Gestein in Körben hochgewunden, andere dienten als Licht- und Luftschächte. Das Wasser wurde über waagerechte Stellen, die am schräg abfallenden Berghang austraten, abgeleitet. Aus dem einen Stollen fließt heute noch ein kräftiger Wasserstrahl - die Sailaufer Löcherzellquelle. Der Flurname "Waschbleuel" erinnert daran, daß das kupferhaltige Gestein gewaschen wurde, bevor es mit Fuhrwerken zur "Schmelze" nach Laufach gebracht wurde.

 

Dorfkirche Eichenberg (12)

Wie eine Trutzburg beherrscht die Dorfkirche St. Wendelin das Eichenberger Tal. Im Jahre 1950 wurde sie aus massivem Stein erbaut. Zufahrt über die Wendelinusstraße.

 

Turm der alten Kirche Eichenberg (13)

Die alte Kirche wurde 1685 mit Sandstein, der aus dem Steinbruch der Umgebung gewonnen wurde, erbaut. Das Kirchenschiff wird zur Zeit zu einem Dorfladen umgebaut. Ebenfalls aus Sandstein ist die nebenanstehende alte Schule von 1905. Heute dient das alte Schulhaus nach grundlegender Renovierung dem Eichenberger Kindergarten. Zugang über Hauptstraße 2 und 4.

 

Altes Feuerwehrhaus (14)

Mit einer Pumpspritze zog 1882 die moderne Zeit in Eichenberg ein. Dafür wurde 1883 das Feuerwehrhaus mit seinem hölzernen Schlauchturm gebaut.
(An der Einmündung Hauptstraße-Eichbachgasse)

 

Kapelle (15)

Das Fest der Kapellenweihe vor hundert Jahren feierte man 1993. Das Fest "Maria Heimsuchung" (Name der Kapelle) begingen die Eichenberger und Obersailaufer seit dem 17. Jahrhundert mit einer Wallfahrt nach hier.
Unmittelbar neben dem Friedhof, Hauptstraße 60.

 

Ziegelei (16)

Schon seit 1725 grub man in diesem Gebiet nach Lehm und brannte daraus Ziegel. Der Flurname "Ziegelhütte" ist Beweis dafür. Der Schornstein des heutigen Industriedenkmals rauchte bis 1940. Er wurde im Rahmen des Denkmalschutzprogramm im Jahr 2000 renoviert.
Hauptstr. 84.

 

Die Wüstenmühle

Seit 1760 ist die Eichenberger Mühle im Besitz der Familie Wüst. Bis 1960 konnten hier die Bauern der Umgebung ihr Getreide mahlen lassen. Über all die Jahre wurde die Mühle, ehedem auch Wohnhaus der Müller, und das kleine Steinbackhaus vorbildlich von der Familie instandgehalten. Wenn diese Beschreibung Ihr Interesse geweckt hat, fragen Sie im Haus nach, man wird Ihnen gerne Aukunft zur Wüstenmühle geben.

 

Backhaus Ziroff

Vor dem Haus Hauptstraße 24 steht in der Straßenzeile ein unscheinbares Sandsteinhäuschen, mit Efeu überwuchertem Giebel, in dem noch heute das runde, knusprige Bauernbrot für den Eigenbedarf gebacken wird. Sie können im Haus Hauptstraße 24 um Zutritt bitten, man wird Ihnen öffnen und Sie können die alten Backgerätschaften, dazu einen alten Wäschekessel sehen und bekommen eine Vorstellung wie mühsam unsere Vorfahren ihr täglich Brot erarbeiten mußten.

 

Weyberhof

Das heutige "Schloßhotel Weyberhof", zwischen B26 und der Bahnlinie Aschaffenburg-Würzburg gelegen, geht zurück auf das erste von 4 Jagdschlössern, die von den Mainzer Kurfürsten im Spessart errichtet wurden. Es wurde im 13. Jahrhundert von Fürstbischof Werner von Eppstein erbaut, der dort auch 1284 verstarb. Dieses Schlößchen trug den Namen "Castrum vivarium", was wir frei mit "Schloß mit Tiergarten" übersetzen könnten. Im sogenannten "Markgräfler Krieg" wurde neben dem damaligen Aschaffenburger Schloß (alte Mainzer Burg) auch dieses Schlößchen 1552 niedergebrannt, Im Jahre 1557 wurde es unter Kurfürst Daniel Brendel von Homburg neu errichtet. Die Schreibweise änderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Aus "vivarium" wurde "vivar", "wiber", weyber" und schließlich "weiber".

 

In Stein gehauene Wappen erinnern daran, daß das Anwesen jahrzehntelang Sitz des "Zehntgrafen vorm Spessart", einem hohen Mainzer Verwaltungsbeamten, war. Von 1993-1995 wurde das landwirtschaftliche Hofgut von dem Kaufmann Edmund Weber mit großem Aufwand renoviert und in eine Hotelanlage mit Restaurant umgewandelt. In einem Nebenhof hat der namhafte Bildhauer Rainer Stolz seine Wirkungsstätte.

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